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| Das königliche Bezirksamt Wolfstein
richtete im August 1880 an den Orden der "Armen Franziskanerinnen von der
Hl. Familie" in Mallersdorf die Bitte um Schwestern zur Ausübung der
Krankenpflege im Distriktkrankenhaus Freyung. |
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Wer sind die Mallersdorfer Schwestern?
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Um die Armut und Not in der jungen Industriestadt Pirmasens zu lindern,
gründete 1855 der Priester Dr.
Paul Josef Nardini die Schwesterngemeinschaft der Armen Franziskanerinnen
von der Hl. Familie. Die Ordensfrauen nahmen sich der verwahrlosten Kinder
in seiner Pfarrei an und kümmerten sich um alte und kranke Menschen.
Arbeitsschutz, Kranken- und Altersversicherung gab es damals noch nicht.
Als Leitspruch wählte Nardini "Caritas Christi urget nos". Das
heißt "Die Liebe Christi drängt uns". Jede Schwester trägt
eine Brosche mit dieser Aufschrift am Ordenskleid. |
| Die Gemeinschaft wuchs
an Mitgliedern rasch an. 1869 erfolgte der Umzug von Pirmasens in das durch
die Auswirkungen der Säkularisation leestehende Kloster Mallersdorf.
Es handelt sich hierbei um eine ehrwürdige Benediktiner- abtei aus
dem 12. Jahrhundert. Seitdem ist der Orden unter dem Namen "Mallersdorfer
Schwestern" bekannt. Das Lebenswerk und Glaubensbekenntnis von Nardini
sind auch heute noch Vorbild und Ansporn. Das brachte die Kirche durch
seine Seligsprechung im Dom zu Speyer am 22. Oktober 2006 zum Ausdruck. |
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Einsatz in Freyung
Am 01. Dezember 1881 entsandte
die Ordensleitung von Mallersdorf zwei Schwestern nach Freyung v. Wald.
Somit war die erste Filiale der Mallersdorfer Schwestern in der Diözese
Passau gegründet. Beide Schwestern verrichteten ihren Dienst als Helferinnen
in der Krankenpflege in bescheidenen Verhältnissen.
Anfang des 20. Jahrhunderts wurde im Kloster Mallerdorf die erste Krankenpflegeschule
in Bayern errichtet. Somit wurden jetzt die Schwestern nach den neuesten
Richtlinien unterrichtet und konnten mit fundiertem Wissen den Beruf als
geprüfte Krankenschwestern ausüben.
Mit jedem Erweiterungsbau am Krankenhaus Freyung wurde der Bedarf an
Schwestern größer. Das Mutterhaus trug demgegenüber Rechnung
und entsandte jeweils die zusätzlich angeforderten Kräfte. Damit
konnten sie den kranken Menschen die notwendige Pflege und Hilfe erteilen
und weiterhin den gestiegenen Anforderungen des Hauses gerecht werden.
Bedenkt man, dass mit einem Anbau 1948 erstmals ein Speiseaufzug und 1954
ein Personenaufzug Einzug hielt, wird ersichtlich, wie schwierig bis dahin
die Ausübung der Pflege war.
Es mussten alle Patienten zur ersten Etage getragen werden. Damals
war der Einsatz von männlichen Krankenpflegern noch nicht üblich.
Frauen mussten somit Schwerstarbeit leisten.
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Der Bedarf an Pflegekräften
stieg mit der Erweiterung der Bettenkapazität durch Baumaßnahmen
und des medizinischen Fortschritts stetig an. Bis zu 16 Ordensschwestern
waren bis Anfang der 70er Jahren auf den Stationen, OP, Röntgen, Labor,
Verwaltung und Küche tätig. Helferinnen des BRK und MHD unterstützten
die Ordensschwestern bei der Arbeit.
Erst Ende der sechziger Jahre konnten "freie" examinierte Pflegekräfte
gewonnen werden. Durch den Rückgang der Ordensschwestern konnte das
Mutterhaus kaum mehr Schwestern senden. |
Der Landkreis Freyung-Grafenau gründete 1981
eine eigene Krankenpflegeschule. Bis 1995 oblag die Führung des Pflegedienstes
den Ordensschwestern. Der Bestand der Ordensschwestern im Krankenhaus Freyung
nahm durch Ausscheiden aus Altersgründen und Berufsveränderungen
ab.
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Sr. M. Quiniberta, Oberin
Ursprünglich arbeitete
Sr. Oberin Quiniberta in der Röntgenabteilung des alten Krankenhauses.
Bei Inbetriebnahme des neuen Hauses wurde ihr die Verantwortung über
das Hauslage samt Einkauf der medizinischen und wirtschaftlichen Produkte
übergeben, bis 1992 H. Eduard Schmid als Einkaufsleiter diese Aufgabe
übertragen wurde.
1985 wurde Sr. Quiniberta als "Oberin" von der Ordensleitung in Mallersdorf
eingesetzt. In dieser Funktion war sie auch bis zur Einstellung einer Hauswirtschaftsmeisterin
für das Wirtschaftspersonal verantwortlich.
Sie erhielt damals als sie nach Freyung kam den "Spezialauftrag", sich
um das kleine Bäumchen neben dem Krankenhausturm zu kümmern.
Daraus hat sich nach über 45 Jahren eine hochgewachsene Tanne entwickelt,
die jedes Jahr als leuchtender Adventsbaum ein weithin sichtbares Zeichen
des Friedens und der Mitmenschlichkeit vom Krankenhaus aussendet.
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125 Jahre am Krankenhaus Freyung
Im Rahmen der Krankenhausseelsorge
betreuen bis heute die Ordensschwestern des Krankenhauses Freyung die Krankenhauskapelle,
die sowohl von den Patienten als auch von der Freyunger Bevölkerung
sehr gut angenommen und besucht wird.
Die Ordensschwestern sind die Anlaufstelle für Angehörige
und Patienten in allen Situationen bei denen sie im Krankenhaus Hilfe und
Betreuung benötigen, einschließlich der Sterbebegleitung. Insgesamt
ist das Tätigkeitsspektrum der Schwestern sehr vielseitig und lässt
sich treffend mit dem Ausdruck "Mädchen für alles" beschreiben.
Am Sonntag den 03. Dezember 2006 fand in der Stadtpfarrkirche anlässlich
unseres 125-jährigen Jubiläums ein feierlicher Festgottesdienst
mit der Freyunger Bevölkerung statt. Den Dank von Herrn Stadtpfarrer
Josef Wagman: "Vergelt´s Gott für all eure treuen Dienste" haben
die unermüdlichen Ordensfrauen des Krankenhauses Freyung mit Freude
angenommen. Nach jahrzehntelanger Arbeit im Krankenhaus Freyung ist den
Ordensschwestern dieses Haus zur Heimat geworden.
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