Krankenhaus Freyung > Ordensschwestern
 

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Das königliche Bezirksamt Wolfstein richtete im August 1880 an den Orden der "Armen Franziskanerinnen von der Hl. Familie" in Mallersdorf die Bitte um Schwestern zur Ausübung der Krankenpflege im Distriktkrankenhaus Freyung. Distriktkrankenhaus Freyung von 1856-1914
Wer sind die Mallersdorfer Schwestern?

Um die Armut und Not in der jungen Industriestadt Pirmasens zu lindern, gründete 1855 der Priester Dr. Paul Josef Nardini die Schwesterngemeinschaft der Armen Franziskanerinnen von der Hl. Familie. Die Ordensfrauen nahmen sich der verwahrlosten Kinder in seiner Pfarrei an und kümmerten sich um alte und kranke Menschen.
Arbeitsschutz, Kranken- und Altersversicherung gab es damals noch nicht. Als Leitspruch wählte Nardini "Caritas Christi urget nos". Das heißt "Die Liebe Christi drängt uns". Jede Schwester trägt eine Brosche mit dieser Aufschrift am Ordenskleid. 
Die Gemeinschaft wuchs an Mitgliedern rasch an. 1869 erfolgte der Umzug von Pirmasens in das durch die Auswirkungen der Säkularisation leestehende Kloster Mallersdorf. Es handelt sich hierbei um eine ehrwürdige Benediktiner- abtei aus dem 12. Jahrhundert. Seitdem ist der Orden unter dem Namen "Mallersdorfer Schwestern" bekannt. Das Lebenswerk und Glaubensbekenntnis von Nardini sind auch heute noch Vorbild und Ansporn. Das brachte die Kirche durch seine Seligsprechung im Dom zu Speyer am 22. Oktober 2006 zum Ausdruck. Kloster Mallersdorf
Einsatz in Freyung

Am 01. Dezember 1881 entsandte die Ordensleitung von Mallersdorf zwei Schwestern nach Freyung v. Wald. Somit war die erste Filiale der Mallersdorfer Schwestern in der Diözese Passau gegründet. Beide Schwestern verrichteten ihren Dienst als Helferinnen in der Krankenpflege in bescheidenen Verhältnissen.
Anfang des 20. Jahrhunderts wurde im Kloster Mallerdorf die erste Krankenpflegeschule in Bayern errichtet. Somit wurden jetzt die Schwestern nach den neuesten Richtlinien unterrichtet und konnten mit fundiertem Wissen den Beruf als geprüfte Krankenschwestern ausüben.
Mit jedem Erweiterungsbau am Krankenhaus Freyung wurde der Bedarf an Schwestern größer. Das Mutterhaus trug demgegenüber Rechnung und entsandte jeweils die zusätzlich angeforderten Kräfte. Damit konnten sie den kranken Menschen die notwendige Pflege und Hilfe erteilen und weiterhin den gestiegenen Anforderungen des Hauses gerecht werden. Bedenkt man, dass mit einem Anbau 1948 erstmals ein Speiseaufzug und 1954 ein Personenaufzug Einzug hielt, wird ersichtlich, wie schwierig bis dahin die Ausübung der Pflege war.
Es mussten alle Patienten zur ersten Etage getragen werden. Damals war der Einsatz von männlichen Krankenpflegern noch nicht üblich. Frauen mussten somit Schwerstarbeit leisten.
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Mallersdorfer Schwestern bei der Patientenbetreuung am Krankenhaus Freyung
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Der Bedarf an Pflegekräften stieg mit der Erweiterung der Bettenkapazität durch Baumaßnahmen und des medizinischen Fortschritts stetig an. Bis zu 16 Ordensschwestern waren bis Anfang der 70er Jahren auf den Stationen, OP, Röntgen, Labor, Verwaltung und Küche tätig. Helferinnen des BRK und MHD unterstützten die Ordensschwestern bei der Arbeit.
Erst Ende der sechziger Jahre konnten "freie" examinierte Pflegekräfte gewonnen werden. Durch den Rückgang der Ordensschwestern konnte das Mutterhaus kaum mehr Schwestern senden.
Der Landkreis Freyung-Grafenau gründete 1981 eine eigene Krankenpflegeschule. Bis 1995 oblag die Führung des Pflegedienstes den Ordensschwestern. Der Bestand der Ordensschwestern im Krankenhaus Freyung nahm durch Ausscheiden aus Altersgründen und Berufsveränderungen ab.
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Sr. M. Quiniberta, Oberin

Ursprünglich arbeitete Sr. Oberin Quiniberta in der Röntgenabteilung des alten Krankenhauses. Bei Inbetriebnahme des neuen Hauses wurde ihr die Verantwortung über das Hauslage samt Einkauf der medizinischen und wirtschaftlichen Produkte übergeben, bis 1992 H. Eduard Schmid als Einkaufsleiter diese Aufgabe übertragen wurde.
1985 wurde Sr. Quiniberta als "Oberin" von der Ordensleitung in Mallersdorf eingesetzt. In dieser Funktion war sie auch bis zur Einstellung einer Hauswirtschaftsmeisterin für das Wirtschaftspersonal verantwortlich.
Sie erhielt damals als sie nach Freyung kam den "Spezialauftrag", sich um das kleine Bäumchen neben dem Krankenhausturm zu kümmern. Daraus hat sich nach über 45 Jahren eine hochgewachsene Tanne entwickelt, die jedes Jahr als leuchtender Adventsbaum ein weithin sichtbares Zeichen des Friedens und der Mitmenschlichkeit vom Krankenhaus aussendet.
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125 Jahre am Krankenhaus Freyung

Im Rahmen der Krankenhausseelsorge betreuen bis heute die Ordensschwestern des Krankenhauses Freyung die Krankenhauskapelle, die sowohl von den Patienten als auch von der Freyunger Bevölkerung sehr gut angenommen und besucht wird.
Die Ordensschwestern sind die Anlaufstelle für Angehörige und Patienten in allen Situationen bei denen sie im Krankenhaus Hilfe und Betreuung benötigen, einschließlich der Sterbebegleitung. Insgesamt ist das Tätigkeitsspektrum der Schwestern sehr vielseitig und lässt sich treffend mit dem Ausdruck "Mädchen für alles" beschreiben.
Am Sonntag den 03. Dezember 2006 fand in der Stadtpfarrkirche anlässlich unseres 125-jährigen Jubiläums ein feierlicher Festgottesdienst mit der Freyunger Bevölkerung statt. Den Dank von Herrn Stadtpfarrer Josef Wagman: "Vergelt´s Gott für all eure treuen Dienste" haben die unermüdlichen Ordensfrauen des Krankenhauses Freyung mit Freude angenommen. Nach jahrzehntelanger Arbeit im Krankenhaus Freyung ist den Ordensschwestern dieses Haus zur Heimat geworden.
 

 

 


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